21.10.2010 - 19:00

Fit ab 50 - Fit bis 100 !

Fitness
Aus dem Englischen hat sich auch im deutschen Sprachgebrauch immer mehr das Wort "fit" bzw. "Fitness" eingebürgert. Seine Definition ist schwierig, wie beispielsweise ein eigens hierfür einberufenes Symposion in Magglingen (Schweiz, 1970) erkennen ließ. Das alleinstehende Wort "Fitness" bedeutet lediglich die Tauglichkeit für irgend etwas; erst der Zusatz von Beiwörtern oder Beisätzen lässt eine umrissene Zielansprache zu. Für die hier in Betracht kommende Perspektive genügt nicht einmal die Bezeichnung "Körperliche Fitness" . Je nach Aufgabenstellung können nämlich quantitativ und qualitativ unterschiedliche Beanspruchungen angesprochen werden. So ist die körperliche Fitness für Kraftleistungen beispielsweise eine ganz andere als für Ausdauerleistungen, von den unterschiedlichen motivistischen Gesichtspunkten wie Geschlecht , Lebensalter, Beruf, Trainingszustand usw. gar nicht zu sprechen.
Fitness braucht nicht einmal die Tauglichkeit für eine aktive Leistung auszudrücken, sondern kann sich auch auf passive Vorgänge beziehen. So kann man fit sein für das Ertragen von Hitze, Kälte und Sauerstoffmangelbedingungen oder - besser gesagt - gerade der Spitzensportler ist durchweg nur fit für eine spezielle Aufgabe. Der Leistungssportler im Gewichtheben ist fit für das Gewichtheben, aber kaum für einen 10 000-m-Lauf.
Die Reihe dieser Beispiele ließe sich beliebig fortsetzen. Andererseits gehört zum Fitsein die Leistungsbereitschaft. Zu ihren Voraussetzungen zählen psychisches und physisches Wohlbefinden unter Einschluss soziologischer Gesichtspunkte. Wir definieren daher: Fitness ist der Zustand einer im psychischen und physischen Bereich guten Leistungsbereitschaft für eine spezifische Aufgabe.

Bewegung und Sport


Kurzeinführung
I
ch wende mich hier in der Hauptsache an die Personen, die sich zuletzt in jungen Jahren sportlich bewegt haben und danach auch höchstens sporadisch.. Wie das so ist : Der Beruf, die Familie und tausend andere Gründe lassen einem dann eine Auszeit nehmen. Ein Glücksfall ist es , wenn spätestens nachdem vierten Jahrzehnt die Einsicht kommt diesen Zustand ändern zu wollen, oft zu oft sind es leider gesundheitliche Gründe die es dringend erforderlich machen mit einem Bewegungstraining zu beginnen.
Aus Literaturrecherche sowie aus Veröffentlichungen in Zeitschriften und Bücher habe ich versucht Anregungen und Orientierungshilfen für den Anfänger zusammen zu tragen.
Sport kommt aus dem lateinischen Dispertare und bedeutet sich zerstreuen, sich vergnügen. Mit Sport wird aber auch Hochleistung assoziiert, ich spreche deshalb nicht gerne von Sport sondern von "Bewegungstraining".
Bewegungsmangel ist ein Risikofaktor für Herz- und Gefäßkrankheiten und begünstigt Übergewicht und Bluthochdruck. Bewegungstraining richtig dosiert dient der Gesundheit und beeinflusst den Alterungsprozess positiv. Ändern Sie Ihre Lebensweise ! Ein regelmäßiges Training hat mich dazu gebracht mich bewusster zu ernähren, sparsamer mit Alkohol umzugehen. Nehmen Sie auf jeden Fall spätestens ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig ein Bewegungstraining auf. Sie fühlen sich wohler und werden sich mehr Lebensqualität, auch noch im Alter, erhalten. Ziel sollte sein,"20 Jahre lang 40 Jahre alt zu bleiben" (HOLLMANN 1990). Aber auch im hohen Alter ist es nicht zu spät ein Bewegungstraining aufzunehmen.
Die Gestaltung des Trainings
Der Belastungsumfang wird durch die Belastungsstärke, -Häufigkeit und jeweiliger Belastungsdauer bestimmt, wobei Häufigkeit vor Dauer geht und dabei ein ausreichender Reiz notwendig ist, um Anpassungsvorgänge im Körper zu erreichen und die Konstitution zu verbessern.
Beim Training sollten Sie Ihre individuelle "Trainingsherzfrequenz" beachten und nicht überschreiten. Diese wird vereinfacht mit der Formel "220 Pulsschläge/min. minus Lebensalter" errechnet. Bei Trainingsbeginn sollte die Trainingsherzfrequenz bei 50 % liegen, mit zunehmenden Training kann sie bis auf 70 % gesteigert werden. Für Herzkranke gilt eine vorsichtige Belastung nicht über 60 % . Sie sollten sich während der Belastung noch unterhalten können. "Laufen ohne zu schnaufen" !
Die Sportwissenschaft empfiehlt ein Lauftraining (Jogging, Walking, Nordic-Walking) 2 bis 3 mal wöchentlich von 35 bis 45 Minuten. Dabei sollten Alter, Trainingszustand und der allgemeine Gesundheitszustand ausreichend berücksichtigt werden. Geeignet sind vor allem einfache Bewegungsabläufe, wie z.B. Radfahren, Schwimmen und Skilanglauf oder auch Inlineskaten
Beginnen Sie auf einer 5-km-Strecke mit Lauf- und Gehpassagen, Sie werden merken, dass nach einiger Zeit die Gehpassagen immer kürzer und die Laufpassagen immer länger werden. Lassen Sie das Training langsam ausklingen und geben Sie Ihrem Körper immer Zeit zur aktiven Erholung ! Führen Sie vor und nach dem Training einige Dehnungs- und Lockerungsübungen durch.
Sie sollten 70 % der Zeit für Ausdauer, ca. 15 % für Kraft und ca. 15 % der Beweglichkeit und Geschicklichkeit widmen. Für Kraft, Flexibilität und Koordination eignen sich besonders Ballspiele, wie Tischtennis, Federball und Tennis auch ein Training unter Anleitung eines kompetenten Sportlehrers in einem Fitness-Studio eines Sportvereins und auch die Teilnahme an den dort angebotenen Gymnastik- und Rückenschulkursen ist sehr empfehlenswert.
Laien halten den Schwund an Muskelmasse und -kraft und die mit ihm verknüpften Krankheiten in der Regel für im Alter unvermeidbar. Das muss aber nicht sein - wenn Ausdauer durch ein gesundheitsorientiertes Muskeltraining ergänzt wird, kann der Alterungsprozess hinausgezögert werden. Studien an 63- bis 90- jährigen belegen , dass sich Muskeln jederzeit wieder aufbauen lassen. Eine starke Muskulatur stützt und hält das Skelett, bei einer schwachen Muskulatur werden Wirbelsäule und Gelenke übermäßig belastet. Wirbelsäulenerkrankungen etwa Rückenschmerzen, Arthrose und Bandscheibenschäden sind die Folge.

"Struktur und Leistungsfähigkeit eines Organs werden bestimmt vom Erbgut von der Qualität und der Quantität seiner Beanspruchung"
Hollmann

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